"Moral Sanction" setzt sich mit der Utopie der Globalisierung
auseinander. Durch einen neuen Kolonialismus der westlichen
Staaten werden neue Absatzmärkte erschlossen, Abhängigkeiten
geschaffen. Das Profit- und Machtstreben der Großindustrie
wurde durch die jüngsten politischen und wirtschaftlichen
Ereignisse in das Bewußtsein der Bevölkerung gerufen.
Die "neue Weltordnung", durch die USA angestrebt,
schafft neue Konflikte und Problematiken.
Dieser
"unbegrenzte" Optimismus wurde durch die Terroranschläge
am 11. September 2001 nur kurz unterbrochen, um anschließend
mit besonderer Härte (durch den "präventiven"
Krieg mit Afghanistan und dem Irak) fortgesetzt zu werden.
Das Film-material, welches den Anschlag aus den ersten Stunden
des Anschlags auf das World Trade Centers dokumentierte, wird
durch Björn Hausner neu inszeniert und scheinbar dramatisiert.
Es stellt sich für den Betrachter die Frage des künstlerischen
Anspruchs der Arbeit, die moralische Verpflichtung des Künstlers
gegenüber den Ereignissen wird in Frage gestellt. Der
Handlungsablauf der Videoarbeit wird mit Audiokommentaren
(ähnlich einer Berichtserstattung) des Künstlers
unterlegt.
Dabei wird jedoch nicht auf die Problematik des Gezeigten
eingegangen oder hinterfragt, sondern über künstlerische
Ästhetiken des Videoschnitts berichtet, ähnlich
einem Audiokommentar auf DVDs. Die Berichterstattung folgt
somit einem für den Künstler profitablen Ziel, ähnlich
dem Ziel durch die amerikanische Politik, Massenmedien durch
Ihre eigenen Interessen zu mißbrauchen.
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